Kamiros

Insel Rhodos - Kamiros

Blick auf das Ausgrabungsgelände

Flagge Griechenland



Überblick

Insel Rhodos - Kamiros

...schöne Ausblicke..



Die Straße Kalavardas - Embonas führt an der Westküste von Rhodos entlang zu einem der bedeutendsten Ausgrabungsorte der Insel - Kamiros. Das Gelände ist etwa 1 Kilometer von der Küste entfernt und liegt eingebettet in eine Hügellandschaft mit schönen Ausblicken zur Südägäis. Kamiros - auch Kameiros genannt - war neben Ialysos und Lindos eine der drei Städte des antiken Rhodos. Von der antiken Stadt ist ein umfangreiches Grabungsfeld an der Westküste der Insel geblieben, das ein anschauliches Beispiel einer antiken, hellenistischen Stadtanlage darstellt.



Insel Rhodos - Kamiros

...antike Straße...


Das Ausgrabungsgelände von Kameiros an der Westküste der Insel Rhodos, zu dem eine schmale Straße von der zuvor erwähnten Hauptstraße abzweigt, zieht sich in mehreren Terrassen einen Hang hinauf. Die Anlage ist perfekt für Besucher erschlossen mit einem Parkplatz vor dem Kassenhaus, 6,00 € Eintritt 2016, und leichtem Zugang zu allen interessanten Plätzen. Auch ein Café ist vorhanden, wo sich die Besucher erfrischen können. Alles in allem eine sehenswerte Ausgrabung, die man wirklich nur empfehlen kann. Wertvolle Informationen erhält man jedoch nur, wenn man sich einer Führung anschließt.


Insel Rhodos - Kamiros

Semicircular Exedra - halbkreisförmiges Gebäude


Die Stadt ist in drei Zonen unterteilt: im unteren Bereich befand sich der Marktplatz (die Agora), etwas weiter höher die Wohnstadt und ganz oben auf dem Hang befand sich die Akropolis. Von der Akropolis aus hat man den besten Blick zur Küste. Kameiros liegt etwa 35 Kilometer von Rhodos-Stadt entfernt und ist über die Küstenstraße gut zu erreichen. Die antike Stadt liegt in der Nähe von Kap Ayios Minas (gemeint ist das alte Mylantion) an den Ausläufern des Berges Akramytis. Kameiros war neben Ialysos und Lindos eine der drei alten Städte von Rhodos und wurde vor ca. 2000 Jahren durch ein Erdbeben zerstört. Bis zu diesem Zeitpunkt galt Kamiros als Töpferzentrum der Insel.


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...im Vordergrund: Dorischer Tempel aus dem 3./2. Jahrhundert v. Chr.


Das Archäologische Museum in Rhodos-Stadt hat einige Fundstücke aus dem Grabungsgelände dieser Stadt ausgestellt. In prähistorischer Zeit wurden die mylantischen Götter, die das Fräsen und Kneten der Menschheit lehrten, hier in Kameiros verehrt. Eine mykenische Necropole wurden in Kalavarda, westlich des Ausgrabungsgeländes von Kameiros, ausgegraben. Funde aus der geometrischen Periode (8. Jahrhundert v. Chr.) bezeugen die Existenz eines Tempels, der der Göttin Athena auf der Akropolis von Kameiros gewidmet war. Das Erdbeben von 227 v. Chr. zerstörte die klassische Stadt und wahrscheinlich auch den Tempel der Athena Kameiras. Die hellenistische Stadt wurde auf drei Ebenen nach dem Hippodämischen System errichtet.


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Antike Ruinen in Kamiros - Tempel des Pythischen Apollo


Auf dem Gipfel des Hügels befand sich, wie bereits erwähnt, die Akropolis mit dem Tempel der Athene und der Stoa. Auf der mittleren Terrasse befand sich die Siedlung und weiter unten der hellenistische Tempel, das dorische Brunnenhaus, die Agora und der Bereich des Peribolos. Das Gebiet wurde mit zahlreichen Votivgaben, Stelen und Sockeln mit Statuen verschönert. Das Erdbeben von 142 v. Chr. zerstörte die Stadt zum zweiten Mal. Die Akropolis wurde zuerst von den Archäologen Biliotti und Salzmann im 19. Jahrhundert (1852 - 1864) ausgegraben. Im Jahr 1928 während der italienischen Besatzung der Insel begann die italienische Archäologische Schule eine systematische Ausgrabung des Gebietes. Auch Restaurierungsarbeiten der Anlage wurden vorgenommen, sie dauerten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.




Geschichte

Insel Rhodos - Kamiros

...ein allen Göttern geweihtes Heiligtum...


Um etwa 1000 v. Chr. wurde Kameiros im Zuge der „Ionischen Wanderung“ von dorischen Griechen gegründet. In der Stadt lebte im 6. Jahrhundert v. Chr. der Ependichter Peisandros. Nach einem schweren Erdbeben wurde die Stadt, die nach der Gründung von Rhodos-Stadt stark an Bedeutung verlor, in hellenistischer Zeit vollständig und planmäßig neu errichtet. 139 n. Chr. wurde Kameiros dann nochmals durch ein Erdbeben zerstört und offenbar nicht wieder aufgebaut. Die Stadt Kamiros wurde nach den Prinzipien der hellenistischen Stadtplanung gebaut und harmonisch in die Naturlandschaft integriert. Die Stadt entwickelte sich entlang eines natürlichen Tales mit den amphitheatrisch an den Hängen angeordneten Gebäuden.


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Hauptweg durch die Ruinenanlage


Kern der Stadt waren seine zwei religiösen und bürgerlichen Zentren, die Agora auf der unteren Ebene und die Akropolis an der Spitze des Tals, wo sich das Heiligtum der Athene befand. Dazwischen verbreitete sich die Wohnzone, durch die die Hauptstraße führte, die die Agora mit der Akropolis verband. Eine große Säulenhalle, die zum Heiligtum der Athene gehörte, krönte die Stadt eindrucksvoll. Die Stadt bekam ihre jetzige Form nach dem schweren Erdbeben von 227 v. Chr., nachdem sie in großem Stil wieder aufgebaut wurde. Umfangreiche Reparaturen folgten nach einem zweiten Erdbeben in der Mitte des zweiten Jahrhunderts n. Chr. Der hellenistische Stadtplan scheint sich in der frühchristlichen Zeit verändert zu haben, und die Privathäuser besetzten die ehemaligen religiösen Zentren der Stadt.


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...ein allen Göttern und den lokalen Gottheiten geweihtes Heiligtum...


Keramikfunde belegen aber, dass der Ort erst im 4. Jahrhundert n. Chr. endgültig aufgegeben wurde. Die Stadt war nicht befestigt. Ausgegraben wurden ein dorischer Doppelantentempel, ein Platz mit Brunnenanlage, Wohnhäuser mit Peristyl und an der höchsten Stelle eine hellenistische Stoa mit ursprünglich doppelter Säulenreihe und Reste eines dorischen Ringhallentempels der Athene. Im Wohnviertel sind noch Tonröhren für die Wasserversorgung sichtbar [1].


Tempel der Athena

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Athena-Tempel


Das Heiligtum der Athena auf der Akropolis von Kameiros existierte bereits im 9. Jahrhundert vor Christus. Alles, was aus der frühesten Bauphase überlebt hat, sind die Lagerstätten, in denen die zahlreichen Votivgaben gelagert wurden, wahrscheinlich während einer Wiederaufbauphase im 6. Jhdt v. Chr. Es war vielleicht zu dieser Zeit, als der erste Tempel der Athena gebaut wurde. Die Lagerstätten bestanden aus einer rechteckigen Grube von großer Tiefe, sowie kleinen Hohlräumen im Felsen, in dem Bereich, wo der hellenistische Tempel später gebaut wurde. Große Wiederaufbauarbeiten wurden im Heiligtum während der hellenistischen Zeit durchgeführt, wahrscheinlich nach dem Erdbeben von 227 v. Chr.


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Fundamente des Athena-Heiligtums


Die architektonische Planung des Tempels beruhte auf einer terrassenförmig angelegten Anordnung, die in der hellenistischen Zeit populär war und auch im Heiligtum von Lindos anzutreffen ist. Auf der untersten Terrasse, am Ende der Hauptstraße, stand ein kleiner Altar, von dem zwei Rampen zu den Enden der zweiten Terrasse führten, wo sich eine Stoa in der dorischen Ordnung mit einer breiten Promenade davor befand. Die Stoa war 204 Meter lang und war einer der größten in der Antike. An ihrer Rückseite diente eine Reihe von Räumen den Bedürfnissen des Heiligtums. In der Mitte der Stoa wurden die Räume durch eine Treppe geteilt, die zur höchsten Terrasse führte, auf der der Tempel der Athena im inneren heiligen Bezirk des Temenos stand.


Thermen

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...gut erhaltener Badekomplex...


Zwei Bäder aus der Römerzeit sind in der Wohnzone erhalten. Die erste, die sogenannte "Große Therme", befand sich südlich der Agora. Das zweite und besser erhaltene, aber viel kleinere Badehaus ist die "Kleine Therme" am Anfang der Hauptstraße. Am Eingang befindet sich ein kleiner Vorhof, der zu einem engen Korridor führt, an dessen Ende ein Brunnen stand. Der Korridor führt zu den von der Familie genutzten Räumen innerhalb dieser Therme: das Frigidarium für das kalte Bad, das Tepidarium für das warme Bad und das Caldarium für das heiße Bad. Neben dem Caldarium war das praefurnium, ein schmaler Durchgang, in dem ein Feuer das Wasser in einem Metallkessel erhitzte.


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...die sogenannte "Kleine Therme"...


Ein Rohr in der Wand, die das Caldarium vom praefurnium trennte, leitete das Warmwasser zum Wasserbecken. Die erzeugte heiße Luft zirkulierte unter den Fußböden des Caldariums und des Tepidariums und erhitzte auf diese Weise die Räume. Aus einer dreieckigen Zisterne wurde das kalte Wasser mittels Tonröhren, die entlang der Wände verliefen, zu den Becken in die drei Kammern des Badehauses geleitet. Durch die hervorragenden Restaurationsarbeiten der griechischen Antikenverwaltung kann man das hier anhand der "Kleinen Therme" sehr gut sehen und nachvollziehen.


Agora

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Blick auf die Agora von Kamiros


Die Agora von Kamiros erstreckte sich auf einer künstlichen Terrasse, die durch das nivellieren des natürlichen Hügels gebildet wurde. Im westlichen Teil dieser Terrasse steht ein Tempel in der dorischen Ordnung, möglicherweise dem Gott Apoll gewidmet. In der Cella ist die Basis der Kultstatue und eine Schatzkammer in Form einer Grube erhalten, in der die Votivgaben verwahrt wurden. Im zentralen Teil der Agora, auf dem Gelände eines abgeschafften spätklassischen Springbrunnenhauses, wurde ein Freiluftheiligtum errichtet. Es besteht aus zwei durch die Kolonnade des Brunnens getrennten Quadraten, die in situ erhalten wurden. Auf dem größeren Platz befand sich ein Altar oder eine Art von eschara für Opfer, und in der Nähe waren Stufen, die zu einem etwas erhöht liegenden Versammlungsort für die Mitglieder der lokalen Verwaltung führten.


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Haus aus der christlichen Epoche von Kamiros


Wie man aus den Inschriften auf den zahlreichen Basen der Ex-Votos ablesen kann, wurde das Heiligtum allen Göttern gewidmet. Im nordöstlichen Teil der Agora stand ein zweites Freiluftheiligtum in Form eines Peribolos (Umfriedung oder Umgrenzung). Es enthielt drei Reihen von Poros-Altären, die den Göttern und lokalen Helden gewidmet waren, wie die eingeschnittenen Inschriften enthüllten. Der größte Altar wurde Helios, der Schutzgottheit des vereinigten rhodischen Staates gewidmet. Im nordwestlichen Bereich der Agora befand sich ein Haus aus der Frühzeit des Christentums hier auf der Insel Rhodos.


Informationen:

Insel Rhodos - Kamiros

Öffnungszeiten


Adresse:

Kameiros (Kamiros)

Kamirou Avenue

Öffnungszeiten des Ausgrabungsgeländes:


Dienstag - Freitag: 08.30 – 16.00 Uhr;
Sonntag: 08.30 – 15.00 Uhr;
Montag: geschlossen!

Hochsaison: an allen Tagen geöffnet von 08.00 - 20.00 Uhr!

Eintritt: 6 Euro


Quellenangabe:


1.: Die Informationen zur antiken Stadt Kamiros basieren auf dem Artikel Kameiros (Stand vom 26.11.2012) und stammen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.


Fotos Insel Rhodos - Kamiros



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